Aus Amerika sind Nachfahren der Familie Steinwand zu Besuch in Hopfau / 9. Juli 2019
| Fast hundert Jahre nachdem Eugen und Marie Strobel nach Amerika ausgewandert sind, besuchen deren Nachfahren die deutschen Verwandten, unter anderem auch in Hopfau. In Mühlheim lernte die zehnköpfige Gruppe die Nachkommen von Auswanderer Eugen Strobel kennen. In Hopfau wurden sie von den Nachfahren von Marie Strobel, geborene Steinwand, begrüßt. Im Garten von Simone, geborene Steinwand, und Stefan Huß fand ein herzlicher Empfang statt. Alle acht Geschwister von Marie Strobel blieben in Hopfau und Dürrenmettstetten beheimatet. Die Enkelin Rachel Petersen erzählte den Werdegang ihrer Großmutter, die im Jahr 1925 zusammen mit Eugen Strobel auswanderte. Das Ehepaar arbeitete eine Zeitlang auf dem Duttenhoferschen Apfelgut, bevor sie diesen Entschluss fassten und mit dem Schiff das Land verließen, um zuerst nach New York und von dort nach Texas überzusiedeln. Arbeitsreich und hart war die Zeit anfangs auf der eigenen Farm. Rachel Petersen berichtete, dass ihre Großeltern mehrmals daran dachten, wieder nach Deutschland zurück zu kehren, wenn sie das nötige Geld dazu gehabt hätten. Viele Briefe, die sie während ihrer Studienzeit mit der Großmutter schrieb, hat sie bis heute aufgehoben. Der letzte Satz habe immer „Please forgive my spelling“ geheißen, schmunzelt die Enkelin noch heute, denn die Großeltern lernten die amerikanische Sprache von ihren Kindern. Regelmäßig wurde Brot und Kuchen im Hause Strobel gebacken und jeden Sonntag gab es echt schwäbische Spätzle zum Mittagessen. Die Rezepte dazu „habe die Oma alle im Kopf gehabt“ erinnerte sich Rachel Petersen, die genau wie ihre Schwester, als Zweitnamen „Maria“ bekommen hatten. Auf der Farm haben die Großeltern vieles angebaut, wie Zwiebeln, Kopfsalat, Melonen, Baumwolle und Aloe Vera. So lernten die Kinder und Enkelkinder schon frühzeitig das frische Obst- und Gemüseangebot kennen und schätzen. Da es in Texas keine evangelische Kirche in der Nähe gab, bauten ihre Großeltern einfach ein Gotteshaus auf. Diese Kirche wurde in den 50er Jahren renoviert und Rachel sowie ihre Schwester Barbara Elmer feierten darin jeweils ihre Hochzeit. Verständigungsprobleme gab es unter den zahlreichen Verwandten an diesem Tag keine, wenn auch die Reiseführerin Karen Biermann manchmal etwas nachhelfen musste. Bestaunt wurden die aufgestellten Bilderwände, auf denen die zahlreichen Geschwister von Marie Strobel zu sehen waren und zum Abendessen fuhren alle gemeinsam auf das Brachfeld. |
![]() |
| Simone Huß, Michael Steinwand (links) sowie Ingrid Steinwand und Hans Steinwand hatten die Kontakte zu den Nachfahren aus Amerika geknüpft. Die neun Monate alte Elyse (Mitte) ist die Ur-Ur-Enkelin von Marie Strobel, ebenso die beiden Jungen Asher und Siloh |
![]() |
![]() |
![]() |
![]() |
| Text und Bilder: Elke Huß |