Theateraufführung "Hilfe die Griechen kommen" / 16. März 2019

Ein Urlaub auf dem Bauernhof sollte eigentlich erholsam sein. Zu welchen turbulenten Verwicklungen es jedoch führen kann, wenn die Ehefrau ins Krankenhaus muss und alle Urlaubsgäste einen Hang zum Griechischen haben, zeigte die Theatergruppe in einer recht humorigen Vorstellung am Samstagabend in der ausverkauften Gemeindehalle.
Auf diese Gelegenheit haben Erna (Mirjam Kirschbaum) und Gertrud (Jasmin Huß) lange gewartet: Bäuerin und Ehefrau Monika (Elke Jäkle) muss wegen einer Gallensteinoperation ins Krankenhaus. Ihr Mann Hans (Ingo Herr) kann sich daraufhin kaum noch vor den Annäherungsversuchen seiner Nachbarin Gertrud retten, die seit fünf Jahren Witwe ist und daher „auch mal Nachbarschaftshilfe in Anspruch nehmen könne“. Aber auch Erna, seine äußerst extravagante Schwägerin, setzt alles daran, Hans für sich zu gewinnen. Sie übernehme jetzt den „Testosteronhaushalt“ versprach die eigens aus Stuttgart angereiste Schwester von Monika vollmundig.
Tochter Nicole (Julia Kraft) hat außerdem alle Hände voll zu tun mit den Hausgästen Ödipus (Alexander Plicht), der sich selbst als eine Gestalt der griechischen Mythologie sieht und dementsprechend gewandet, bei jeder sich bietenden Gelegenheit rezitiert. Krimhilde (Rebecca Kraft), ein weiterer Hausgast, fühlt sich von Ödipus dermaßen angezogen, dass auch ihr, mit dem entsprechenden Getränk, „die Flügel wachsen“. Der von den beiden geplante „Flug zum Olymp“ aus dem Fenster, endet aber leider im Misthaufen vor dem Haus.
Nur gut, dass Tierarzt Agamemnon (Melanie Sattelberger) vor Ort ist, der mit seinen Spritzenkuren bei den „griechischen Göttern“ erstaunliche Ergebnisse erzielt und sich nebenher prompt in Nicole verliebt und um ihre Hand anhält.
Hektor (Christian Wößner), ein Verkäufer höchst fragwürdiger Allheilmittelchen, wittert überall gute Geschäfte und findet in Oma Wilma (Heide Kraus) eine äußerst gute Kundin, der er zu Horrorpreisen ein Schönheitspaket verkauft. Diese hat es jedoch faustdick hinter den Ohren. Anscheinend schlafend im Sessel sitzend, bekommt sie alle sich anbahnenden Verwicklungen mit und reagiert im entscheidenden Moment. So kommt´s, dass Monika zielstrebig gerade noch einen Ausweg aus der Ehekrise findet, denn mittlerweile wäre Hans, der sich im zweiten Frühling wähnt, fast den hartnäckigen Avancen der „Französin Geraldine“ verfallen.
Der durchweg amüsante Dreiakter, dieses Jahr vom Männergesangverein Eintracht ausgerichtet, war eine Premiere für die die zehnköpfige Theatergruppe, denn Autor Erich Koch war eigens aus Pfullendorf angereist, um bei der Vorstellung dabei zu sein. Ihm habe es sehr viel Spaß gemacht zuzuschauen, lobte der Autor anschließend die Schauspieler, der seine Ideen aus dem persönlichen Umfeld erhält, wie er augenzwinkernd verrät.
Regisseur Ingo Herr dankte den vier neuen Akteuren Julia und Rebecca Kraft, Alexander Plicht und Mirjam Kirschbaum. Für den kurzfristigen Ausfall von Michaela Roggenstein ist Mirjam Kirschbaum eingesprungen. Nur drei Wochen habe sie Zeit gehabt, ihre Rolle zu lernen, was ihr jedoch sehr gut gelungen ist. Das Bühnenbild wurde von Martin Huß gestaltet, die Regie führte wiederum Ingo Herr, als Souffleuse fungierte Petra Rosner und für die aufwändige Maske zeichnete sich Ute Dölker verantwortlich.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Dem Autor Erich Koch hat die Aufführung sehr gut gefallen.
 
Text und Bilder: Elke Huß