Bibelabende / 5. - 7. Februar 2019

Der Posaunenchor Hopfau/Dürrenmettstetten eröffnete den ersten von drei Bibelabenden, die von der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde Hopfau-Dürrenmettstetten in den kirchlichen Räumen der Gemeindehalle angeboten wurden.

Jugendreferent Jörg Gaiser aus Sulz stellte die These „Gott braucht junge Leute“ auf den Prüfstand. Brauche Gott nicht auch reifere Menschen, fragte er die Besucher. Je älter man werde, umso mehr überlege man, etwas zu sagen. Junge Menschen seien spontaner, unbefangener, auch im Vertrauen auf Gott. „Die jungen Menschen können den Älteren ein Vorbild in Sachen Mut sein“, drückte Gaiser es aus. „Im Glauben stehen“, „Treue“ und „Selbstbewusstsein“ waren die am wichtigsten erscheinenden Punkte, welche die Besucher aus einer Liste von Fähigkeiten auswählten, die ein junger Mensch brauche, um ein guter Mitarbeiter Gottes zu sein. „Beten Sie eine Woche für einen jungen Menschen, seien Sie mutig“, gab der Jugendreferent den Besuchern abschließend zur Aufgabe.

Der „Abendfrieden“ des Männergesangvereines Eintracht leitete den zweiten Abend mit Referent Geoffrey Schwegler, Diakon im Nahbereich Sulz/Horb und Experte in Sachen Pilgern, ein. In voller Montur kam dieser in den Raum gewandert und machte die Besucher mit den Pilger-Insignien bekannt. Die Jakobsmuschel ist das Pilger-Erkennungszeichen auf dem Jakobsweg und auch der Wanderstab gehöre dazu. „Es ist schön, in der Natur zu sein, es sind wunderschöne Landschaften, die man durchwandert“, beschreibt Schwegler die Sinneserfahrungen beim Pilgern. Neben dem Wanderstock ist die Gitarre sein liebster Freund, erzählt er. Es gebe viele Gründe zum Pilgern, das könne die „Suche nach Abenteuer“ sein, „mal etwas Anderes sehen“ oder auch die persönliche Selbstfindung. „Für Menschen mit Burnout oder Depressionen kann das Pilgern sehr hilfreich sein“, betonte der Diakon, der sicher ist, dass sich bei demjenigen, der in Santiago de Compostela ankomme, etwas innerlich verändert habe.

„Viel Köpf – viel Sinn“ lautete das Thema des dritten Abends mit Mundartpfarrer Manfred Mergel aus Aach, vom Kirchenchor Hopfau/Dürrenmettstetten musikalisch eingestimmt. Diese Redewendung habe man sicherlich schon viele Male gehört, mutmaßte Mergel. Wie langweilig wäre es, so der Mundartpfarrer, wenn alle Menschen gleich oder die gleiche Meinung hätten. „Wenn dagegen viele Menschen ihren eigenen Kopf durchsetzen wollen, wird es auch schwierig, sei es privat oder in der Firma“, machte er deutlich. Im Alltag „menschele es wohl“, trotzdem sei es wichtig, dass man gut miteinander auskomme. Da gebe es manchmal Streitereien „wegen dr Muck´ an der Wand“.

Diese Erfahrung machen auch Christen in der Kirche, ist Mergel überzeugt, dennoch hoffe er immer auf eine Versöhnung. Ein Streit müsse manchmal sein, doch es komme darauf an, „wia ma händlet“. Wie schön wäre es, „wenn älle an oim Strang zieha dätet“, wünschte sich Mergel in seiner Mundartpredigt. „Aber die Leit´ sind einfach grondverschieden, schon Paulus habe gesagt: sei wer du bisch, du bisch was Besonderes ond koi Abziehbildle“, brachte es Mergel in der Klarheit der schwäbischen Sprache auf den Punkt. Jeden einzelnen Menschen gelten lassen, wie er ist, sei das Wichtigste in der Gemeinde. Hier gefalle ihm auch besonders der Wahlspruch der Feuerwehr: Einer für Alle, Alle für Einen.
Posaunenchor Hopfau/Dürrenmettstetten unter der Leitung von Thomas Weisser
 
Jugendreferent Jörg Gaiser aus Sulz
Männergesangverein "Eintracht" Dürrenmettstetten unter der Leitung von Markus Wegenast
Geoffrey Schwegler, Diakon im Nahbereich Sulz/Horb und Experte in Sachen Pilgern
 
 
Kirchenchor Hopfau/Dürrenmettstetten unter der Leitung von Hans Steinwand
Mundartpfarrer Manfred Mergel aus Aach
 
 
Text und Bilder: Elke Huß