
Landrat Wolf-Rüdiger Michel (Vierter von links) machte sich am Donnerstag in Dürrenmettstetten ein Bild von dem Areal, auf dem das neue Dorfgemeinschaftshaus entstehen soll. Dazu sollen der ehemalige Farrenstall und das Haus Eberhardt, vor dem die Gruppe steht, abgerissen werden, so dass vor der Kirche ein freier Platz entsteht. Von links: Die Ortschaftsräte Karl Wössner und Siegfried Dölker, Bürgermeister Gerd Hieber, Ortsvorsteher Robert Trautwein und Pfarrer Wolfgang Müller. Bild: kpd
Ortsentwicklung
Hoffen auf baldige Realisierung
Dürrenmettstetten steht in den Startlöchern für das Dorfgemeinschaftshaus in der Ortsmitte. Ein ELR-Antrag ist gestellt. Etliche Bürger bringen sich aktiv ein.
03.11.2017 KPD
Ortsvorsteher Robert Trautwein stellte am gestrigen Donnerstag im Kreise einiger Ortschaftsräte und Unterstützern aus der Gemeinde und im Beisein von Bürgermeister Gerd Hieber und Hauptamtsleiter Hartmut Walter nun auch Landrat Wolf-Rüdiger Michel das Projekt vor.
Aufwertung für die Ortsmitte
Die Bürger des höchstgelegenen Sulzer Stadtteils erhoffen sich Unterstützung des Landrats für den beantragten ELR-Zuschuss von 40 Prozent. Michel machte am Donnerstag keine Zusagen, versprach aber, seine „Ohren zu öffnen“ und den Antrag an das Regierungspräsidium Freiburg weiterzuleiten. Von dort geht der Antrag nach Stuttgart, wo wohl im Frühjahr 2018 entschieden wird.
Allerdings machte der Landrat deutlich, dass das Programm überzeichnet ist. Folglich ist es gut möglich, dass Dürrenmettstetten nicht so schnell in die Förderung kommt. Zudem gibt es noch Diskussionsbedarf in zwei Punkten. In dem Gemeinschaftshaus soll auch der Wanderverein ein Domizil erhalten und eine kleine Sakristei für die Kirche eingebaut werden. Beides ist laut Wolf-Rüdiger Michel eigentlich nicht förderfähig. Da der Raum für die Kirche nur rund zehn Quadratmeter groß ist, fiele es kaum ins Gewicht, wenn dieser nicht bezuschusst würde. Anders ist es beim Raum für die Wanderfreunde. Trautwein hob die Bedeutung des rührigen Vereins, der seinen jetzigen Vereinsraum durch den Abbruch der ehemaligen Molke verliert, für die Dorfgemeinschaft hervor. „Das muss man sich dann nochmal genauer anschauen“, meinte Michel.
Robert Trautwein betonte bei der Vorstellung des Dorfgemeinschaftshauses, dass schon 15 Leute aus allen Teilen der Bevölkerung und in allen Altersschichten ihre Unterstützung für das Gemeinschaftsprojekt zugesagt haben. Obwohl der Dürrenmettstetter Ortsvorsteher weiß, „dass wir mit unserem Antrag nicht konkurrenzlos im Landkreis Rottweil sind“, hofft Robert Trautwein, 2018 beginnen zu können.
Bürgermeister Gerd Hieber erinnerte daran, dass durch das Stadtentwicklungskonzept gemeinsam mit der Bürgerschaft der Prozess, die Ortsmitten attraktiver zu machen, einen neuen Schub bekommen habe. Nach Holzhausen sei auch in Dürrenmettstetten eine Initiative entstanden, die Ortsmitte zu stärken, wo seit Jahrzehnten ganze Bereiche brach lagen. Wenn am 6. November im Gemeinderat der Haushalt für 2018 eingebracht wird, hat die Stadt bereits die Komplementärmittel für Dürrenmettstetten eingestellt.
Landrat Michel lobte zunächst Dürrenmettstetten als „lebendige Gemeinschaft.“ In den vergangenen 15 Jahren habe es schon positive Veränderungen im Dorfbild gegeben. Auch wenn der Ort an der Peripherie des Landkreises liege, bedeute dies nicht, dass der kleinste der Sulzer Teilorte vernachlässigt werde. So sei zum Beispiel das schnelle Internet schon in Dürrenmettstetten angekommen. In der anstehender Veränderung rund ums Rathaus sah Wolf-Rüdiger Michel „einen deutliche Aufwertung der Ortsmitte.“
Gegenüber dem Rathaus soll ein altes Gebäude abgerissen werden und ein Parkplatz entstehen. Vor der Kirche werden das Haus Eberhardt und der Farrenstall abgerissen, so dass ein freier Platz entsteht. „Das gibt dann viel mehr Gestaltungsmöglichkeiten und wird ein Gewinn für die evangelische Kirche“, sagte Michel. Wenn das neue Dorfgemeinschaftshaus entsteht, wird auch die ehemalige Wäsche und Molke abgebrochen.
Das Dorfgemeinschaftshaus ist mehrstöckig. Im Untergeschoss entsteht eine Tiefgarage für die Mieter der Wohnungen im oberen Stock, im Erdgeschoss entstehen ein großer Gemeindesaal, ein Verkaufsraum, eine Küche sowie ein Abstell-, Wasch- und Trockenraum und ein Raum für den Wanderverein.
Kosten unter einer Million Euro
Pfarrer Wolfgang Müller hob die Notwendigkeit zum Einbau eines kleinen Raums für die Kirche hervor und meinte, man würde mit relativ wenigen Mitteln relativ viele Möglichkeiten schaffen.
Michel sagte: „Das Dorfgemeinschaftshaus ist ein tolles Vorhaben für die Dorfgemeinschaft“ und lobte die starke Gemeinschaft, die an einem Strang ziehe.
Wie Hauptamtsleiter Hartmut Walter sagte, stehen die genauen Kosten für das Projekt noch nicht fest, werden sich aber „deutlich unter einer Million Euro“ bewegen. Der ELR-Zuschuss beträgt 40 Prozent, auch der Abriss der Gebäude ist zuschussfähig. |