
Wasserversorgung viele Jahre lang zuverlässig betreut
Von Marzell Steinmetz 25.10.2017

Einen Schachtdeckel gibt es für die langjährige Betreuung der Wasserversorgung (von links): Ortsvorsteher Robert Trautwein, Ully Leopold, Stefan Schröder, Hannelore und Rudolf Schmid, Wassermeister in Dürrenmettstetten, sowie Friedbert Bühner und Stadtbaumeister Reiner Wössner.
Sulz-Dürrenmettstetten. Rudolf Schmid betreut seit mehr als 40 Jahren die Wasserversorgung in Dürrenmettstetten. Ortsvorsteher Robert Trautwein und Stadtbaumeister Reiner Wössner sagten dem Wassermeister am gestrigen Mittwoch Dank für die lange und zuverlässige Arbeit.
Inzwischen ist die Wasserversorgung des Stadtteils an Reinau angeschlossen worden. Wenn kurzfristig reagiert werden müsse, bleibe Rudolf Schmid Ansprechpartner, sagte Trautwein. Von Schmids Wissen konnte Stadtbaumeister Wössner viel profitieren. Er versprach, dass die alten Kröber-Pumpen in der Ortsmitte auch künftig eine wesentliches Gestaltungsmerkmal in neuer Umgebung sein werden.
Schmid hat 1975 die Wasserversorgung von seinem Vater übernommen. Er hat damals die veralteten Kröberpumpen stillgelegt. Bereits der Großvater von Rudolf Schmid hat sich darum gekümmert, dass die Dürrenmettstetter mit Wasser versorgt wurden.
Im Jahr 1893 ist im Engerstal das Pumpenhäuschen gebaut worden. Das Wasserrecht teilte sich Dürrenmettstetten mit dem Heidenhof. Die installierten Kröber-Pumpen schafften zwar zuverlässig das Wasser in den Ort hoch, jedoch mussten sie, wie Schmid erzählte, alle zwei Tage geölt werden. Ganz umweltfreundlich war das wohl nicht. Einer Fischzucht in Dießen, wohin das Engerstalwasser abfließt, hat es aber offenbar nicht geschadet.
Dass die Dürrenmettstetter mal ganz auf dem Trockenen saßen, kam nicht vor. Einmal war es, wie sich Schmid erinnert, aber doch kritisch. Als der Wassermeister im Winter ins tief verschneite Engerstal fahren wollte, lagen auf einer Länge von 300 Metern Stromleitungen auf dem Boden. Er benachrichtigte sofort die EVS. Der Wasservorrat reiche nur noch bis 18 Uhr. Bis dahin müsse der Schaden behoben sein. Um 17.45 Uhr war, gerade noch rechtzeitig, wieder Strom vorhanden.
Die Quellschüttung war konstant. Schmid ist überzeugt, dass die Quellen im Engerstal nicht versiegen werden. Vor 30 Jahren sei der Wasserverbrauch noch höher gewesen als heute. Das hing mit der Landwirtschaft zusammen, die früher intensiver war. Allerdings gab es in den 1990er-Jahren auch ein Atrazin-Problem mit dem Trinkwasser. Atrazin sei langlebig, erklärte Schmid.
Das Unkrautbekämpfungsmittel habe sich in einem Jahr mit viel Niederschlag bemerkbar gemacht. Später sei der Atrazingehalt nicht mehr auffällig gewesen. Doch auch hohe Nitratwerte gaben Anlass zur Sorge. Investitionen in die eigene Trinkwasserversorgung im Engerstal lohnten sich nicht. Der Beschluss, an die Wasserversorgung in Reinau anzuschließen, sei richtig gewesen, meinte Schmid.
Ortsvorsteher Trautwein überreichte dem langjährigen Wassermeister eine Flasche Pineau und ein Handtuch der Stadt. Wassermeister Ully Leopold und seine Mitarbeiter hatten noch ein besonderes Geschenk dabei: einen Schachtdeckel mit der Aufschrift Wasserwerk Dürrenmettstetten.
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