Öffentliche Ortschaftsratssitzung im Sportheim / 20.9.2017

Die Zukunft der Dürrenmettstetter Lindenschule ist ungewiss. In der jüngsten Ortschaftsratssitzung konnten betroffene Eltern ihre Sorge über die eventuelle Schließung der örtlichen Grundschule äußern.
Heikel würde die Situation der Lindenschule erst, wenn in zwei Jahren beide Schulleiter der Grundschulen Hopfau und Dürrenmettstetten in den Ruhestand gingen. Ortsvorsteher Robert Trautwein schilderte die schwierige Lage, da es für beide Schulen keine Bewerber für die Schulleitung gebe.
Eine Lösungsmöglichkeit wäre der Schulstandort Hopfau. Das Schulgebäude, an dem sich eine Halle anschließt, befindet sich in einem guten technischen Zustand, so der Ortsvorsteher. Eine weitere Perspektive wäre, sich mit Hopfau, Leinstetten und Bettenhausen zusammen zu schließen, um eine „Glatttalschule“ zu bilden. Ein großer Einschnitt sei es für die Grundschüler, wenn sie mit dem Bus nach Sulz oder Fischingen fahren müssten, bezweifelte der Ortsvorsteher eine weitere Möglichkeit. Dieser Meinung war auch Albrecht Ziegler, der es als nicht akzeptabel findet, wenn Sechsjährige schon morgens um sechs Uhr aus dem Haus müssten, um rechtzeitig in der Schule anzukommen.
Optimal sei das Arbeiten mit einer kleinen Anzahl von Schülern, berichtete die Schulleiterin der Lindenschule, Gabriele Franz. Neun Erstklässler sind jetzt in die Schule gekommen, acht Kinder werden in der zweiten Klasse unterrichtet. Besonders um zwei Flüchtlingskinder, die letztes Jahr eingeschult wurden, konnte man sich individuell kümmern, berichtete Franz von den Vorzügen einer kleinen Klasse. Die Integration habe sehr gut geklappt. Große Bedenken hätte sie, wenn die Schüler nach Fischingen müssten. Besser fände sie den Zusammenschluss mit Leinstetten, Bettenhausen oder Hopfau. Die Fischinger Grundschule hätten keine eigene Leitung, betreut werden sie durch die Sulzer Grundschulleiterin Monika Schneider, brachte sie ihre Zweifel zum Ausdruck.
Die Sachgebietsleiterin der Stadt Sulz, Tina Ziegler, stellte eindeutig klar, dass sich künftig die „komfortable Situation“ in Dürrenmettstetten ändern werde. Medienentwicklung, Inklusion, pädagogische Angebote und zusätzliche Betreuungsangebote seien nur einige Beispiele, die heutzutage eine Herausforderung an die Grundschulen stelle.
Die zahlreiche Elternschar konnte sich anschließend zu Wort melden. Der Zusammenschluss mit Leinstetten, Bettenhausen und Hopfau zu einer „Glatttalschule“ war die am meisten favorisierte Lösung. Oliver Huß, Vater von zwei Kindern, meinte: „Absolut erhaltenswert ist die behütete Kindheit und die Wissensvermittlung in einer Klassengröße von 15 Kindern. Eine Glatttalschule müsste doch machbar sein“, hofft er.
Der Vater Matthias Frey forderte, dass der Schulstandort Hopfau gestärkt und darin auch jährlich investiert werden solle. „Wir sind kompromissbereit, das haben wir in Sachen Kindergarten bewiesen. Auch in den Busverkehr müsse investiert werden. „Wir sind ländlich geprägt und würden es gerne weiter pflegen. Wichtig ist die beste Ausbildung für unsere Kinder“, ist er überzeugt.
Der Zusammenschluss mit der Grundschule Fischingen wäre für die Mutter Bianca Bippus „ein Unding“. Sie würde in diesem Falle ihre Kinder lieber selber nach Leinstetten fahren. Die Mütter Nadine Haase-Ade und Katharina Haller äußerten ihre Besorgnis, dass die Schule schon demnächst geschlossen werde, da nur jeweils ein Kind der beiden Familien im nächsten Jahr eingeschult werde.
Frühzeitig eine Lösung ausarbeiten und dabei einen Mittelweg zu finden, war die Meinung von Ortschaftsrat Markus Lehmann. Im Zusammenschluss mit anderen Gemeinden könne eine Glatttalschule rund zehn bis fünfzehn Jahre funktionieren. „Wenn es dann nicht mehr passt, kann man immer noch über Änderungen nachdenken“, war er der Überzeugung.
Die Tendenz der Elternvorschläge, überschaubare Entwicklungsmöglichkeiten zu finden, nahm Ortsvorsteher Robert Trautwein dankend auf und versprach, dass sie in den nächsten Sitzungen weiter verfolgt werden.
 
 
Als „katastrophalen Zustand“ bezeichnete Ortschaftsrat Theo Trick die Verkehrssituation beim „Totenweg“. Dieser geteerte Feldverbindungsweg, der nur für den land- und forstwirtschaftlichen Verkehr frei ist, werde seiner Meinung nach unverhältnismäßig oft von Verkehrsteilnehmern als Abkürzung genutzt. Er selbst sei als Traktorfahrer dort überholt worden, wobei das Überholfahrzeug sogar durch die Wiese gefahren sei. „Das dürfen wir uns nicht mehr gefallen lassen“, ärgerte er sich, zumal sich nur wenige Meter weiter die offizielle Umfahrungsstrecke befinde.
„Wir können da nichts machen, Verkehrsschilder bringen da nichts“, hielt Ortsvorsteher Robert Trautwein dagegen. Das Autokennzeichen, zusammen mit Uhrzeit und Datum aufgeschrieben, würde er allerdings dem Ordnungsamt weiterleiten. Weiterhin wolle er sich mit der Ordnungsamtsleiterin Sabrina Glöckler in Verbindung setzen.
 
Text und Bilder: Elke Huß