Ferienspaß: Bau eines Insektenhotels auf dem Grätzer Biolandhof / 26.8.2017

Es ist Samstagnachmittag, die Sonne scheint unbarmherzig und es ist sehr warm. Aber es ist Ferienspaß-Zeit und auf dem Aussiedlerhof zwischen Horb-Dettingen und Dürrenmettstetten, dem Biolandhof Grätzer, tummeln sich rund fünfzehn Kinder um das Ehepaar Tim Huß und Anja Grätzer-Huß.
Auf einem großen Autoanhänger, der zum Werktisch umfunktioniert wurde, stehen zwei Tischbohrmaschinen, liegen Akkuschrauber, Bohr- und Schleifmaschine und sechseckige hölzerne Kisten bereit. Werkmaterial wie Schilf, Ziegelsteine, alte verwitterte Holzklötze und mehrere große Eimer, die mit Lehm befüllt sind, stehen drum herum. Ein Insektenhotel für Wildbienen soll heute von den Mädchen und Jungen, die zwischen drei und dreizehn Jahre alt sind, hergestellt werden. Nach kurzer Einweisung durch Tim Huß und der Erklärung wie ein Insektenhotel funktioniert, kann es auch schon losgehen.
Emsig wird im Schatten des großen Baumes gearbeitet. Einige nehmen sich gleich die langen Schilfstangen vor, deren äußere Schicht entfernt werden muss, damit man schöne, gleichmäßige runde Stücke abschneiden kann, die dann in das Fach des Holzkastens gesteckt werden. Die vorbereiteten Kästen sind dreimal abgeteilt. Die Kinder können das „Hotel“ so gestalten, wie sie es gerne wollen. Kurze Frage von Tim Huß: „Wozu brauchen wir die Wildbienen?“ „Für die Früchte“, lautete die Antwort. Die Kinder wissen, worum es geht. Gibt es keine Wildbienen mehr – durch Pestizidgebrauch wird diese Bienenart, die keinen Honig produziert, gewaltig bedroht – werden auch keine Pflanzen mehr bestäubt.
In die Ziegelstücke müssen vorab mehrere Löcher gebohrt werden. Gar nicht so einfach, doch nicht nur die Jungs können schon richtig profimäßig mit der Handbohrmaschine umgehen. Sowieso stehen die Helfer Stephanie, Jonas und Benjamin jederzeit bereit und unterstützen wo sie können. Selbst Oma Inge, die Mutter von Anja Grätzer-Huß und Chefin des Biolandhofes, schaut immer wieder vorbei und hilft handwerklich aus. Auch Bürgermentor Siegfried Dölker kommt kurz dazu und freut sich, dass die Jungs und Mädchen mit viel Ehrgeiz bei der Sache sind.
In die Holzklötze müssen ebenfalls viele Löcher gebohrt werden, damit die Wildbienen sich dort gut einnisten können. „Schleif noch ein bisschen glatt“, gibt Tim Huß den Rat, „sonst könnten sich die Bienen dran verletzen“. Der vorbereitete Lehm wird als „Bindemittel“ zwischen die einzelnen Stücke gesetzt. Jonas füllt sein „Hotel“ nur mit Ziegelsteinen und Holzklötzen, für die restlichen Zwischenräume nimmt er den Lehm, was sein Insektenhotel aber ganz schön schwer macht. „Wenigstens noch ein paar Löcher mit Schilf auffüllen“ gibt ihm Tim Huß noch schmunzelnd vor. Doch dann ist er der erste, der sein Insektenhotel mit einem Dach, seinem Namen, den er selbstständig einbrennen darf und dem dazugehörenden Logo „Grätzer Biolandhof“ fertig gestellt hat. Vom Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat Tim Huß für jeden noch Informationsmaterial, damit auch die Eltern Bescheid über die Wichtigkeit eines Insektenhotels wissen. Ein toller Abschluss des Ferienspaßes war dann das gemeinsame Grillen am Lagerfeuer nach getaner Arbeit.
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
 
Text und Bilder: Elke Huß