Ferienspaß: Vom Erz zum Stahl / 8.8.2017
| Wer weiß, vielleicht hat dieser Ferienspaß-Nachmittag in der Kunst-Schmiede in Dürrenmettstetten bei dem einen oder anderen Jungen das Interesse geweckt, später einmal den Beruf des Metallbauers zu erlernen. Fakt war jedenfalls, dass sich nur Buben zu diesem Angebot angemeldet hatten. Und diese wurden von Rudolf Schmid, dem Seniorchef, gleich in das spannende Metallhandwerk eingeführt. Der Rohstoff Eisen komme längst nicht mehr aus den mittlerweile erschöpften deutschen Erzgruben, sondern aus Übersee. Im Hochofen erhitzt, wird daraus Roheisen oder auch Gusseisen, das einen Kohlenstoffanteil von zwei bis vier Prozent aufweist, spröde ist und sehr leicht bricht. Gebe man bei der Eisenschmelze reinen Sauerstoff hinzu, verbrenne der Kohlenstoff und es entstehe Stahl. „Baustahl mit einem Anteil von 0,2 Prozent Kohlenstoff verarbeiten wir hier in der Werkstatt“, erklärt der Schmiedemeister den sechs jungen Zuhörern. Brüchigkeit und Schmiedbarkeit zeigte Rudolf Schmid anhand zweier rot glühenden Eisenstangenspitzen, die er am Amboss bearbeitete. In der Werkhalle steht neben dem großen Schmiedehammer immer noch die alte Esse, an der schon sein Vater gearbeitet hatte. Das Eisen werde heute aber im gasbetriebenen Ofen erhitzt. Hier erreiche man eine konstante Temperatur von 1250 Grad, in der Esse würden bis zu 1800 Grad erreicht, wobei der Stahl leicht verbrennen könne. Früher war der Schmied eng verbunden mit dem dörflichen Leben. Nicht nur Pferdehufe – in Dürrenmettstetten gab es damals rund siebzig Pferde - mussten beschlagen werden, sondern auch die der Kühe und Ochsen, wusste Schmid zu berichten. Allerlei Metallstücke zum Anfassen hatte er auf dem Werktisch vorbereitet und zu allen wusste der Schmiedemeister zahlreiche Details. Auch in die verschiedenen Schweißarten gab es für die Ferienspaß-Kinder einen Einblick. Das „Magische Hufeisen“ hatten die Jungs jedenfalls, nach kleiner Hilfestellung durch Hannelore Schmid, bald durchschaut. |
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| Text und Bilder: Elke Huß |