"Gospeltrain" Konzert / 04.04.2017

Mit „Sithi Molweni“, einem afrikanischen Lied, begrüßte der Gospeltrain Horb auf erfrischende Weise die Besucher in der Dürrenmettstetter Kirche. Chorleiter Winfried Bentele erklärte anschließend, dass dies auf gut schwäbisch in etwa „Grüß Gott“ bedeute. Pfarrer Wolfgang Müller ließ es sich nicht nehmen und hieß die achtzehn Sängerinnen und Sänger in „schönsten Ort von Süddeutschland“ ebenfalls willkommen.
Mit „Freedom ist coming“ wurde gleichsam wie beim anschließendem „Oh Freedom“ von Freiheit und Frieden gesungen. Wobei der Frieden, erläuterte Winfried Bentele, in der heutigen Zeit äußerst wichtig sei. Der studierte Theologe gab zwischen den einzelnen Gospels kurze und prägnante Erklärungen zu den Texten und zu den Situationen, aus denen die Lieder entstanden sind.
„Jesus is coming back” – “Jesus kommt wieder” sei für ihn eine wichtige Ankündigung. „Es ist schade, dass heutzutage die Vorbereitungen auf Ostern nicht mehr so gängig sind“, klagte Bentele, der nicht nur dirigierte sondern viele Stücke auch am Klavier begleitete.
Berührend und emotional war das Lied „Prescious Lord, Take My Hand“, das anlässlich der Beerdigung von Martin Luther King zu hören war, so Bentele. Langsam und andächtig der Beginn, dann etwas mehr Dynamik, um gleich wieder darauf nur noch die summenden Sänger zu hören. Dieses Lied, das eine Aufforderung an Gott ist: „Zieh mich aus dem Schmutz heraus“ und das die starken Befreiungsgesänge der Sklaven widerspiegelt, berührte auch die Zuhörer, die nicht mit Applaus sparten.
„This Old Hammer“ erzählt von einem Grubenarbeiter, der die Hoffnung auf ein besseres Leben nicht aufgibt. Erst ruhig das Stück, dann lauter und eindrücklicher mit Hammergeräuschen, welche die monotone Grubenarbeit verdeutlichen soll. Mit Fingerschnipsen wird das spirituelle „This Old Religion“ untermalt.
Die Freude am Singen ist dem Gospeltrain, der im vergangenen Jahr sein dreißigstes Jubiläum feierte, immer wieder anzumerken, nicht nur bei „He´s A Living God“ – „Er ist ein lebendiger Gott“. Ein „Klatschlied“, bei dem spontan auch der Pfarrer im Chor mitmachen darf, zeigt die Freude am Singen, den die Gospelsänger verbreiten. Bei „Oh Happy Day“ mit Judith Bentele als Solo, singt und klatscht das Publikum mit, der Funke ist endgültig übergesprungen. Die irischen Segenswünsche kommen daher viel zu schnell, mit dem sich der Gospeltrain verabschieden möchte. Und nach dem Segen, den Pfarrer Wolfgang Müller aussprach, ist dann mit „Heaven Is A Wonderful Place“, bei dem die in dunkelblau und gelber Schärpe gewandeten Sänger zur Kirchentür schreiten, tatsächlich das Ende eines beeindruckenden Konzertes gekommen.

 

Text und Bilder: Elke Huß